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Jean-Claude Dysli

MANNE LESJAK

 

Nun, in erster Linie denke ich, ist es notwendig mich hier einmal vorzustellen. Mein Name ist Marjan Lesjak (Manne). Bin bald 60 Jahre alt und beschäftige mich mit Pferden, speziell mit der Westernreiterei, schon ca. 28 Jahre. Die ersten Jahre verbrachte ich mit meinem Pferd bei meinem Freund Charly Probst, wo wir auf ca 18 ha Land, etwa 30 bis 40 Pferde hatten und zwar in allen Gruppierungen, wie Herde mit Junghengsten, Hengst mit Stuten, Stuten mit Fohlen usw. Hier fand meine erste Prägung statt, da ich ja die Möglichkeit hatte mit Pferden zu arbeiten und sie zu beobachten, wie es dies in unseren Breiten nur selten gibt. Es war für die Pferde und für uns ein Stück Freiheit.

Die letzten 20 Jahre habe ich das Glück, dass meine Pferde bei mir Zuhause stehen und ich somit täglich mit ihnen leben kann.

 

Recht schnell merkte ich, dass mir im Umgang mit Pferden und natürlich auch reiterlich Grenzen gesetzt sind und dass es zuwenig ist, einfach dabei zu sein. So machte ich mich auf die Suche nach Menschen, von denen ich lernen konnte. Es ging mir nie darum ein Trainer oder sonstiges werden zu wollen, sondern zu lernen, um in meinem privaten Leben den Pferden gerechter zu werden. Schon die Tatsache, dass die ganzen Jahre keiner meiner Pferde Slidingeisen bekam, sondern traditionell beschlagen wurden, da ich mich die meiste Zeit im Gelände bewege, bringt zum Ausdruck wo meine Prioritäten liegen. Natürlich hoffentlich in einer guten Westernreitmanier.

 

Mit Pferden zu leben war immer mein privates Leben und nicht für die Öffentlichkeit bestimmt und so lebe ich noch heute. Dafür bin ich sehr dankbar, es ist ein Lebensgefühl, es ist eine Lebensphilosophie. Ich denke, das war auch die Grundlage meiner Freundschaft mit JC, wir hatten über die Jahre somit eine ganz andere Basis, uns über die Pferde und das Reiten als solches auszutauschen. Manchmal denke ich, es war so was wie eine Seelenverwandschaft. Es gibt einige Augenblicke über die ich noch heute mit Wohlwollen schmunzle.

 

 

JEAN-CLAUDE DYSLI - MANNE LESJAK

 

Vor ca. 24 Jahen erfuhr ich, dass es jemanden gibt, der diesen Traum von Freiheit und Reiten leibhaftig erlebt hat. Kein geringer als Jean-Claude Dysli. Und so landete ich auf der HACIENDA BUENA SUERTE. Ich war fasziniert, es kam mir vor, wie wenn ich in die alte Zeit versetzt wurde. Ich war Zuhause.

 

Und so entstand über die Jahre eine tiefe Freundschaft. Nun diese Freundschaft bestand bald nicht mehr nur auf Grund der Pferde, sondern zweier Menschen die das Bedürfnis hatten, ihre tiefen Gedanken privat auszutauschen. Nun, darüber möchte ich hier nicht schreiben, es war ja unsere ganz intime Freundschaft.

 

Schnell nannten wir uns gegenseitig Cowboy, darauf war ich und bin es noch Heute, recht stolz. Und so besuchten wir uns die letzten Jahre wenn uns die Zeit es erlaubte. So oft es möglich war, flog ich nach Spanien, und immer wenn Jean-Claude etwas Ruhe brauchte, verweilte er einige Tage bei mir. So hatte ich die Ehre eine Seiten kennen zu lernen, die damit, wie ihn die Öffentlichkeit wahrgenommen hat, nichts zu tun hat.

Einfach mein alter Cowboy.

 

Im letzten Jahr wurde dann leider unsere Freundschaft etwas getrübt. Ich war einfach nicht ganz einverstanden mit dem Ziel das er verfolgte. Es war einfach nicht mehr mein Cowboy wie ich ihn kannte. Na ja, und da ich sein Freund war, habe ich das auch zum Ausdruck gebracht. Nun, vielleicht hätte ich das bleiben lassen sollen, aber da wir uns immer alles gesagt haben, dachte ich, dass bin ich ihm schuldig. Doch das kam scheinbar nicht so gut an. Diese Situation passte einigen Menschen ganz gut in Ihre Pläne, so kam Eines zum Anderen. Nichts desto trotz ist und bleibt mein Cowboy mein Freund und niemand kann uns das nehmen.

 

 

JEAN-CLAUDE DYSLI - PHILOSOPHIE-REITWEISE

 

Um auch diesen Punkt klar zu legen.

Ich habe mir ein enormes Wissen angeeignet, was Jean-Claudes Lehre betrifft und Jean-Claude hat sich auch große Mühe gemacht sich darüber mit mir auszutauschen. Hierbei wurden einige Liter Wein vernichtet und einige Zigarillos weg geraucht. So war es halt an manchen Abenden, wir konnten es einfach nicht lassen. Doch meine reiterlichen Fähigkeiten halten sich in Grenzen. Mein Leben nahm andere Wege und ich war einfach froh, dass ich mit meinen Pferden leben konnte. Trotz allem werde ich in der Zukunft einiges schreiben über die Lehre und Gedanken von Jean-Claude, es ist mir einfach ein großes Bedürfnis. Das soll mein Beitrag sein, um die Lehre von Jean-Claude am Leben zu erhalten.

 

Und dann stellt sich zwangsläufig die Frage: Was ist die Lehre, die geistige Lehre von Jean-Claude Dysli.

Eins ist aber sicher. Wenn hier einige meinen, dass sie die Lehre von Jean-Claude Dysli propagieren können, weil sie seinen Lebensweg mal kurz gestreift haben, da sie bei einem oder zwei Kursen dabei waren, oder mit JC ein Bier getrunken haben, finde ich das doch ganz schön mutig. Ich denke dazu gehört einfach viel mehr. Andererseits gab es in den letzten Jahren Menschen, die sich große Mühe gemacht haben, von JC zu lernen. Es ist doch ein Wissen und viel Erfahrung, die sich ein Mensch sein ganzes Leben lang angeeignet hat. Und zu aller Letzt, auch seine ganz individuelle Art mit Pferden umzugehen, seine Persönlichkeit, die so einfach nicht nachzumachen ist, aber bei der Arbeit mit Pferden so eine große Rolle spielet. Betrachten wir Menschen die Pferde in erster Linie genau nach diesem Kriterium. Erst dann kommt das Wissen über das Wesen Pferd und die reiterliche Technik.

 

Nun lernte ich in diesen Jahren einige Menschen kennen, die Jean-Claude Dysli über längere Zeit / Jahre begleitet haben und von ihm lernten. Um hier einige zu nennen, gehört an erster Stelle sicherlich dazu sein Sohn Raphal Dysli und seine Tochter Kenzie Dysli. Uli Koffler, den ich auf der Hazienda kennen lernen durfte, da er als Cotrainer tätig war. Oder zum Beispiel Carlo Dittus, der genau so wie ich Jean-Claude als Freund über längere Zeit begleitet hat. Wie auch Ernst-Peter Frey, der über Jahre hinweg bei Jean-Claude gearbeitet hat.

 

Alle diese Menschen haben sich in den Jahren natürlich ganz individuell weiter entwickelt, aber es sind Menschen die wirklich längere Zeit vom Jean-Claude gelernt haben und dies als Basis für ihren ganz individuellen Werdegang nutzten. Oder Familie Latzer von der L&B Ranch, die Jean-Claude in den letzten Jahren immer zur Sommerzeit ein Zuhause gaben, so wie Hubert Blumoser der in dieser Zeit von Jean-Claude begleitet wurde.

 

Sicherlich nenne ich hier nur einige die mir im Moment einfallen, deswegen würde ich bitten, wenn hier noch jemand denkt, er gehört dazu, kann er sich gerne bei mir melden. In der nächsten Zeit werde ich einige dieser Personen etwas detaillierter vorstellen.

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2007 - Manne mit Oki Isma Dad

Ausritt mit Jean-Claude (Andalusien)

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2006 - Manne - Jean-Claude

Zwei Cowboys gehen ins Gelände (Andalusien)

Unser letzter Ausritt

Manne mit Oki Isma Dad

03.2011 - Andalusien)

©

multimediadesign - Marjan Lesjak

HORSEMENSCORNER-TV

www.horsemenscorner.de

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Das war meine zweite Schulung bei Jean-Claude auf der HACIENDA BUENA SUERTE, ich denke vor etwa 20 Jahren.

Bis zu diesem Tag war mein Motto galoppieren, galoppieren. Recht bald belehrte mich Jean-Claude eines Besseren.

 

Ich hatte ja noch keine Ahnung, nach dem Motto, Hauptsache es geht was.

 

Es begann das Nachdenken, warum die Eine oder Andere Übung und vor allem Bescheidenheit.

 

Warum Bescheidenheit?

 

Nicht das Ziel ist wichtig, sondern der Weg. Immer wenn man meint man weiss es, lehren uns die Pferde, dem sei nicht so. Immer wieder wird man von den Pferden eines Besseren belehrt, vorausgesetzt man hat ein Ohr dafür.

 

Und genau das war Jean-Claude`s Weg.

 

Er sagte zu mir, wenn er von 100 Schülern zwei mit auf den Weg nehmen kann, dann ist er glücklich.

 

 

 

Und so begann unsere Freundschaft.

Nicht zu Letzt auch deswegen, weil mein Freund Hardde und ich ihm den Laden leer gesoffen haben, und da Jean-Claude auch kein Kind von Traurigkeit war, hatten wir eine gute Zeit. Und dann seine Geschichten, die haben einen gefesselt, auch wenn sie sich am nächsten Abend anderst angehört haben. Das war uns egal.

 

Es war einfach eine andere Zeit, es war eine schöne Zeit.

 

Manne Lesjak