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Jean-Claude Dysli

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multimediadesign - Marjan Lesjak

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Jean-Claude Dysli hat die ersten Quarter-Horses nach Europa gebracht,

um uns die Westernreitweise und die Pferderasse zu zeigen, die für diese Art zu reiten prädestiniert ist.

 

Als Jean-Claude Dysli 1960 nach Amerika ging, hatte er ganz andere Ziele: Nach seinem abgeschlossenen Bauingenieur-Studium an der ETH in Zürich ging er nach Amerika, um dort sein Doktorat-Studium zu erweitern.

 

Es kam jedoch ganz anders. Kaum war er in Amerika, ging der reitverrückte junge Mann, der praktisch sein Leben lang geritten war, "klassisch europäisch" und auf Rennbahnen, in den Cow-Palace in San Francisco, um sich das Westernreiten anzusehen.

Das war an einem Freitagabend. Er sprach die Brüder George und Harry Rose an, die damals zu den bedeutendsten Trainer von Western Horses zählten - und erhielt einen Job, den er am Montag danach antrat und vier Jahre lang behielt. Hier lernte er das ganze Alphabet des Westernreitens und wurde zum Trainer ausgebildet.

 

Studium, Verpflichtungen - all das war vergessen, durch die Faszination dieser Reitweise, die ihn in ihrer Leichtigkeit, ihrer Lässigkeit und ihrer Eleganz überzeugte.

Er ritt einige hundert junge Pferde ein und eignete sich dabei eine fabelhafte Sensibilität für diese Tiere an. Hier wurde er aber auch mit der Zucht des Qurter Horses vertraut, bekam Einblick in die Geheimnisse der Blutlinien und erkannte die ungewöhnlichen Qualitäten dieser Pferde. Nach dieser Zeit bei den Brüdern Rose arbeitete er in verschiedenen Gegenden der USA als Cowboy, nahm an vielen Turnieren teil und verdiente sich so seinen Lebensunterhalt.

 

Einige seiner Erfolge, um nur wenige zu nennen, waren die ersten Preise in Cutting und Working Cowhorse am Cowpalace zu San Francisco, in Santa Barbara und den Prestigepreis des „Best Cowhorse of Nevada“, den er gleich zweimal gewann.

Für damalige Begriffe waren dies enorme Leistungen, die den jungen Cowboy über die Grenzen von Californien hinaus bekannt machten. Vor allem jedoch hat die Bekanntschaft und spätere Freundschaft mit den Legenden Tom Dorrance und Ray Hunt den jungen Trainer derart geprägt, dass sein Leben nunmehr völlig anders verlief. Es ist der fast fünfzigjährigen Freundschaft mit Ray Hunt zu verdanken, dass Jean-Claude nun völlig anders mit Pferden umging und zum Erfolg kam.

 

Knappe zehn Jahre nach seiner Ankunft in den USA kaufte er sich eine kleine Ranch in Hollister, inmitten einer wundervollen Landschaft im mittleren Kalifornien und eröffnete hier seinen eigenen Trainingsstall, den er 11 Jahre mit Erfolg betrieb.

Obwohl er sich eigentlich so das Paradies vorstellte, zog es ihn 1981 wieder aus familiären Gründen zurück nach Europa.

 

Jean-Claude hatte sich dabei in den Kopf gesetzt, das Westernreiten in Europa einzuführen, und damit hatte er sich alles andere als eine einfache Aufgabe gestellt.

Die Vorführungen des "Cowboys" wurden eher als Zirkusnummern denn als ernsthafte Reiterei gesehen. Immerhin gab man ihm die Chance, an einer Grossveranstaltung in Basel vor der versammelten Créme des Schweizer Pferdesports sein Können zu zeigen. Zuerst ritt er den Hengst in der klassisch kalifornischen Zäumung auf Kandare in einer traditionellen kalifornischen Dressur, danach zeigte er ein europäisches M-Dressurprogramm in der gebisslosen klassischen Hackamore und schliesslich als Working Cow Horse ohne jede Zäumung am Kopf. Und dies alles mit demselben Pferd ! Jetzt wurde er ernst genommen.

 

Ein Jahr später gab er seinen ersten Western-Reitkurs in der Schweiz. 1973, als Wolf Kröber ihn erstmals zur Equitana einlud, brachte er ein Dutzend weitere, durchwegs erstklassige Quarter Horses von Californien nach Europa. So konnte er an dieser Weltmesse Equitana einem grossen Publikum das Westernreiten präsentieren und damit das Fundament der europäischen Westernreitweise legen.

 

Er war von seiner Sache überzeugt und konnte andere davon überzeugen. Welchen einzigartigen Siegeszug aber, die von ihm nach Europa gebrachte Reitweise viele Jahre später haben sollte, davon hatte Jean-Claude Anfangs keine Vorstellung.

 

Und wer ihm heute zuschaut, ob er nun im RoundPen Bodenarbeit mit einem Jungpferd macht, im riesigen Sandviereck einen Reiner ausbildet oder am Rind arbeitet - kommt kaum auf den Gedanken, einen ehemaligen Hauptmann der Schweizer Kavallerie vor sich zu haben.

 

Und er kann es nicht lassen! Unermüdlich arbeitet er weiter und bemüht sich, sein Wissen weiter zu vererben in der Hoffnung, den einen oder anderen Pferdefreund ein Stück weiter zu bringen.

 

Und ruft man Ihn "Cowboy", geht Ihm ein leichtes Lächeln übers Gesicht.

Einfach ein Pferdemann durch und durch!

 

horsemenscorner

Manne Lesjak

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JC-Dysli bei der Arbeit

JC-Dysli bei seinen ersten Turnier in der USA

Das Abenteuer von 1964:

Jean-Claude mit dem Quarter- Hengst Navada Victory beim täglichen Spaziergang auf Deck.

Ankunft mit einem der ersten Quarter-Horses in Europa